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Warum gute Führungskräfte weniger reden – und wie das Gespräch trotzdem besser läuft

Porträt von Ulrich Liebscher mit Slogan „Wer fragt, führt.“

Ein Mitarbeiter macht immer wieder denselben Fehler. Sie haben es bereits angesprochen. Erklärt. Noch einmal erklärt. Er nickt. Und zwei Wochen später sitzt er wieder vor Ihnen.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Dann lesen Sie weiter. Denn das Problem liegt wahrscheinlich nicht beim Mitarbeiter.

Sie machen es ihm zu leicht

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Wenn Sie erklären, zeigen und Lösungen liefern, nehmen Sie Ihrem Mitarbeiter etwas weg – die Chance, selbst zu denken. Selbst zu erkennen. Selbst Verantwortung zu übernehmen.

Mitarbeiter sind klüger, als man manchmal annimmt. Sie merken schnell: Der Chef löst das sowieso. Warum also selbst nachdenken?

Das Ergebnis kennen Sie. Der Ball landet immer wieder bei Ihnen. Jedes Mal.

Wer zu viel hilft, macht andere schwach. Das klingt hart. Aber es ist einer der häufigsten Führungsfehler – und er passiert täglich, aus besten Absichten.

Wer hat den Ball?

Stellen Sie sich vor: Zwischen Ihnen und Ihrem Mitarbeiter liegt ein Ball. Dieser Ball steht für Verantwortung. Für das Problem. Für die Lösung.

Die entscheidende Frage in jedem Führungsgespräch lautet: In wessen Hälfte liegt der Ball gerade?

Wenn Sie erklären, lösen, vorgeben – liegt der Ball bei Ihnen. Wenn Ihr Mitarbeiter denkt, analysiert, Lösungen entwickelt – liegt er bei ihm. Gute Führung bedeutet nicht, den Ball festzuhalten. Sie bedeutet, ihn ins Feld des Mitarbeiters zu spielen – und ihn dort zu lassen.

Ein Praxisfall, den viele Führungskräfte kennen

Eine Teamleiterin aus einem mittelständischen Dienstleistungsunternehmen kam zu mir mit einer schlichten Frage: „Warum muss ich alles dreimal sagen?”

Ihr Mitarbeiter – erfahren, grundsätzlich kompetent – machte seit Wochen in Kundengesprächen denselben Fehler. Sie hatte es erklärt. Mehrfach. Er hatte zugehört. Und nickte. Und machte es wieder.

Im Gespräch wurde schnell klar: Sie hatte immer die Lösung geliefert. Er hatte sie nie selbst gefunden.

Wir haben das Gespräch anders aufgebaut. Sie hat gefragt statt erklärt. Sie hat geschwiegen statt gefüllt. Und zum ersten Mal hat er selbst beschrieben, was schiefläuft – und selbst gesagt, was er anders machen wird.

Beim nächsten Gespräch kam er von sich aus mit einer Lösung. Ohne Aufforderung.

Drei Fragen, die mehr bewirken als zehn Erklärungen

Sie brauchen kein kompliziertes Modell. Sie brauchen drei Fragen – zur richtigen Zeit gestellt.

„Wie sehen Sie das selbst?”

Das ist die erste Frage. Nicht: „Ich habe beobachtet, dass Sie…” – sondern: die Selbsteinschätzung zuerst. Wer das Problem selbst benennt, kann es nicht mehr wegdiskutieren. Die Verteidigung fällt weg. Weil kein Angriff stattgefunden hat.

„Was meinen Sie, warum gibt es diese Aufgabe?”

Die meisten Mitarbeiter kennen das Warum ihrer Aufgaben nicht wirklich. Nicht weil sie es nicht wissen wollen – sondern weil es ihnen niemand je gefragt hat. Wer den Sinn selbst formuliert, versteht ihn. Und wer ihn versteht, handelt danach. Ganz ohne Ermahnung.

„Was genau werden Sie tun, um das Problem zu lösen?”

Das ist die wichtigste Frage. Stellen Sie sie – und schweigen Sie dann.

Die Pause danach ist kein Schweigen aus Verlegenheit. Sie ist Führung. Wer sie aushält, bekommt eine Antwort, die der Mitarbeiter selbst entwickelt hat. Und Lösungen, die man selbst gefunden hat, setzt man um. Nicht weil man muss – sondern weil man will.

Was passiert, wenn der Mitarbeiter den Ball zurückspielt

Natürlich wird es Momente geben, in denen Ihr Mitarbeiter ausweicht.

„Das geht nicht.” „Ich weiß nicht wie.” „Warum sagen Sie es mir nicht einfach?”

Das sind keine Niederlagen. Das sind Einladungen – zum Weiterdenken. Für ihn. Nicht für Sie.

Wer jetzt nachgibt und die Antwort liefert, hat das gesamte Gespräch umsonst geführt. Wer ruhig bleibt und weiterfrägt – der führt wirklich.

Was das für Sie bedeutet

Weniger reden ist schwerer als mehr reden. Es braucht Übung, Geduld und ein klares Gespür dafür, wann man fragt, wann man schweigt und wann man klar ansagt.

Genau das trainieren wir in unserem Seminar „Wer hat den Ball? – Führungsgespräche, die wirken”.

In einem strukturierten Tagesworkshop lernen Führungskräfte ein konkretes Drei-Schritte-Gesprächsmodell kennen, trainieren es an realen Situationen aus ihrem Alltag – und gehen mit einer Gesprächshaltung nach Hause, die sofort wirkt.

Neugierig? Dann sprechen Sie mich an. Unverbindlich. Direkt. Gerne per Zoom oder Telefon.

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Ulrich Liebscher ist Kommunikationstrainer, Coach und Mediator. Seit über 20 Jahren begleitet er Führungskräfte dabei, klarer, wirksamer und mit mehr Freude zu führen.